...sprachen auch meine Altvorderen mit Wehmut, und wir, Renate und Detlef hatten dieses Land zusam- men mit Detlefs Cousin/e bereits 1996 einmal bereist. Es ist ja auch ein schönes Land, das unsere Eltern nach den Wirren des 2. Weltkrie- ges verlassen mussten.
Heute gehört diese Land- schaft zu Polen und inzwi- schen lebt dort bereits die
3. Generation polnischer Bürger, denen dieses Land zur Heimat geworden ist.
Wir sind froh, nun dort hin- fahren zu können; dank der Zugehörigkeit Polens zur EU ist der Grenzübertritt denkbar einfach.
Während unserer Fahrt durch das Land haben wir erneut die schönen Wälder und Seen und den bemer- kenswerten Wiederaufbau der Städte bewundert.
... haben uns besonders gut gefallen. Einige Straßen sind allerdings recht eng u. auch huckelig, aber es war ein besonderes Vergnügen, so weite Strecken durch diese herrlichen natürlichen Tunnel zu fahren.
... hatte sich das Wetter zum Besseren gewendet, obwohl wir zu Anfang nicht soviel Glück damit hatten; das tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch: Alle Teilnehmer unserer Gruppe fanden sich dort zu einer langen Tafel vor den Fahrzeugen zusam- men. Das gemeinsame Sin- gen ließ uns alle zu einer guten Gemeinschaft werden.
Auf unseren Ausflugsfahrten wurden wir stets kompetent und herzlich geführt. Hevor- rzuheben ist unser Historiker Lech, der uns von Elbing aus sehr feinsinnig auch die schwierige deutsch/polnische Geschichte nahe brachte.
Für 5 Nächte richteten wir unser Hauptquartier inmitten Masurens nahe dem alten Senzburg, in Polska Wies am Juno-See ein. Der Camping-
platz Masur Natur liegt inmitten weitgehend unbe-
rührter Natur, unsere Stellplätze auf einer großen Wiese mit weitem Blick über die vielbesungene masurische Landschaft.
Viele von uns haben mehr- fach in dem schönen See gebadet, und von Platz-Wirt Günther und seiner Bascha wurden wir mit polnischen Spezialitäten verwöhnt.
führte uns -von Litauen kom- mend - nach Passenheim, um von dort aus unter der Gästeführung der Ostpreus- sin Frau Böhm'chen auch noch die erstaunlich schön wieder aufgebaute Stadt Allenstein kennen zulernen.
Es ist immer mal vorgekommen, dass sich mehrere Teilnehmer unterwegs trafen wie hier
vor der Zisterzienser-Kirche in Pelplin. Ein Priester-Seminarist führte uns engagiert durch seine Kirche und freute sich besonders, als wir
mit unserem Amateur-Chor in dem herrlichen Kirchenraum einige Lieder sangen.
... fuhren wir mit dem Schiff entlang. Das Beson- dere dort ist, dass der Kanal verschiedene Seen miteinander verbindet, deren Höhenunterschiede durch Rollberge überwunden werden, in dem die Schiffe auf Wagen bugsiert und dann auf Gleisen die schiefen Ebenen hinaufgezogen bzw. herab- gelassen werden. Das geschieht unter Ausnutzung der Wasserkraft durch Seilzüge, die über Räder geleitet werden (sh. untenstehende Grafik). Auch wir waren von dieser technischen Meisterleistung, die Mitte des 19. Jhd. erbaut wurde und noch im Originalzustand funktioniert, ganz begeistert.
Aufgrund der guten Reise- Planung und -Durch- führung lernten wir in Krutyn auch Christina kennen, eine "alte" originale Ostpreussin, die uns während der Stakerfahrt auf der Krutynia aus ihrem bewegten Leben erzählte.
Höhepunkt der "Kahnchen-Fahrt" waren die melancholischen Lieder, die Sie uns mit kräftiger Stimme darbot. Wir versuchten uns mit dem eingeübten Ostpreussenlied zu bedanken: Hier, auf dem kristallnen Seen, inmitten der dunklen Wälder, spürten wir Christinas Sehnsucht an die alte Heimat.
Von Masur Natur aus sind wir auch nach Heiligenlinde gefahren, wo wir die hübscheste Barockkirche Masuren bewunderten und während der Orgelpräsentation auch die beweglichen Engels-Figuren tanzen sehen konnten.
Ein glücklicher Zufall in der Reiseplanung führte dazu, dass wir die Ruinen des Führerhaupt- quartiers in der Nähe des früheren Rastenburg am Jahrestag des Attentats auf Adolf Hitler besuchten. Auch die Gästeführerin wies sehr angemessen auf dieses Ereignis hin.
Die Ruinen der Wolfsschanze sind nicht wirklich sehenswert, sondern lassen nur den Wahnsinn deutlich werden, von dem Hitler besessen war und der zum 2. Weltkrieg und schließlich zum Verlust der ehemals deutschen Ostgebiete führte.
... einst von den Deutschen Ordensrittern als Hauptsitz erbaut, war nach den Kriegswirren stark zerstört. Sie wurde von den polnischen Restaura- teuren vorbildlich wieder aufgebaut.
Dem Besucher bietet sich heute eine prachtvolle Burganlage. Nach der eingehenden Besichtigung einschl. der aktuellen Ausstellung haben wir im Restaurant in der Vorburg lecker gegessen.
Auch auf dem 100 Zloty-Schein ist die Marien- burg abgebildet, denn schon ab 1457 residieren die polnischen Könige in der ehemaligen Ordensburg der Deutschen Ritter.
... ist das Gold der Ostsee. In vielfältiger Form wird es an der polnischen Ostseeküste verar- beitet; hier einige Ausstellungsstücke, die in der Marienburg gezeigt werden.
Herrlich, der Blick auf das Frische Haff und den Dom von Frauenburg, in der des Phisikers und Astronomen Nikolaus Kopernikus gedacht wird, der in dieser Stadt seine Aufsehen erregenden Entdeckungen des modernen Weltbildes machte. Im überreich ausgeschmückten Dom hörten wir ein wunderbares Konzert auf der für seinen guten Klang berühmten Orgel.
Und von Frauenburg unternahmen wir eine Schifffahrt auf die Frische Nehrung, wo am endlosen Ostsee-Strand lebhaftes Touristen- und Badeleben herrschte.
... hatten wir auch einen freien Tag, den die meisten allerdings mit einer Paddeltour auf der Krutynia sehr aktiv gestalteten. Einige unserer Teilnehmer, so auch wir Lubenaus, besuchten Ostpreussen, um familiären Spuren aus vergangenen Tagen nachzuspüren.
Detlef`s Ahnen stammen, wie wir aus unserer seit Jahren betriebe- nen Familien-Forschung wissen, aus dem heutigen Olecko. Diese Stadt wurde 1560 nach einer Zusammenkunft des ritterlichen Hochmeisters Albrecht mit dem Polenkönig und litauischen Großfürsten Siegesmund als Margrabowa gegründet. Bei der Abstimmung 1920 sprach sich die Bevölkerung ausnahmslos für die Zugehörigkeit zum deutschen Reich aus und erhielt den Ehrennamen Treuburg.
Für das Marktgeschehen stand der größte Markt- platz Deutschlands zur Verfügung. An diesem Marktplatz gründeten die Lubenaus einst eine Apotheke, die sie über mehrere Generationen hin führten.
Wir nutzten also den Tag, nach Olecko zu fahren und den Ort auf uns wirken zu lassen, in dem die Altvorderen einst lebten. Leider erfüllte sich die Hoffnung nicht, auf dem alten ev. Friedhof noch Grabstellen mit unserem Namen zu finden. Dennoch hat es gut getan, einmal dort gewesen zu sein.
...haben wir sowohl in Masuren als auch in Litauen sehen können, denn die Störche kümmern sich nicht um die Grenzen. Die hiesigen Landstriche bieten dem Freund Ade- bar Nahrung in Hülle und Fülle. Wir konnten beobachten, dass während der Zeit unseres Aufenthaltes die Jungvögel in den Nestern wuchsen und diese gelegentlich auch
schon zu Flugübungen verließen.